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Gerade ist hierzulande Vanity Fair hops gegangen, aber das heißt ja nicht, dass Condè Nast die Geschäfte aufgibt. In Großbritannien hat der Verlag heute ein neues fettes Lifestylemagazin gestartet. Mit einem ebensolchen Cover.
Beth Ditto erinnert an ein anderes Dickerchen, das schon mal mal berühmt war – die kniende Nackte am Strand, unterm Sonnenschirm. Wann war das, in den 70ern oder 80ern? Jedenfalls zu einer Zeit, als ein paar Kilo zuviel auf den Hüften eine Frau nicht für den Rest ihres Lebens in Depressionen stürzten.
In der Mode hängt angeblich die Saumlänge mit der Konjunktur zusammen, wie die Kurve auf der Anzeigentafel der Börse. Je besser die Zeiten, desto kürzer die Röcke, heißt es. Da liegt ein Umkehrschluss nahe. Je schlechter die Zeiten, desto runder die Mädchen.
Übrigens ist Chefredakteurin
Katie Grand das wahrscheinlich größte Talente, das momentan im Frauenzeitschriftenmarkt zugange ist. Es könnte gut sein, dass Condè Nast mit ihr Anna Wintours Nachfolgerin aufbaut.

Das deutschlandweit stilbildende Druckerzeugnis Instyle hat das Model Agyness Deyn als It-Girl geoutet.

Nicht, dass diese Information neu wäre. Von der Süddeutschen über den Spiegel bis hin zur gesamten Frauen- und Klatschpresse – kein Blatt, das sich dem Zeitgeist verpflichtet fühlt, kann im Moment die Britin ignorieren. Ihre gefühlte Popularität erreicht schon fast die der angelsächsischen Überikone Lady Di.

Da It-Girls allgemein als Geschmacksbarometer gelten, ist interessant, was Miss Deyn auf dem Instyle-Foto trägt. Das Ganze sieht zwar aus wie für das Party-Motto „Punk“ zurechtgepfriemelt, darf aber nicht als Schnapsidee unterschätzt werden. Es zeigt klar, was modemäßig demnächst auf uns zu kommt. Nö, nicht die Union-Jack-Tasche. Seit den letzten Sportereignissen ist jegliches Flaggendesign wegen inflationärer Verbreitung streng verboten. Pumps zu knöchellangen Röhrenhosen gehören auch in den Abfalleimer der Modegeschichte. Und falls das ein Kreuz sein sollte, was da im Dekollete baumelt, das gilt höchstens noch bei Kirchentagsbesuchern als chic.

Nein, das zukunftsweisende Teil dieses Ensembles ist der Pullover. Mit heißer Nadel selbstgestrickt, zipfelig und löchrig, wegen funktionierender Luftzufuhr partytauglich. Kreationen wie diese sind absolut im Kommen.

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Die zu recht hochgelobten Rodarte-Sisters aus New York zeigen in ihrer Winterkollektion, wie man schwarze Löcher in Kunstwerke verwandelt.
Und ein anderer Könner – Dries van Noten – hatte eine ähnliche Idee.

Kopien dieser Art von Strickwaren – demnächst in einem Zara oder H&M near you.

Der Tipp des Tages an die internationale Großpolitik (natürlich auch in Bayern): Verbietet der Staat etwas, wird das Verbotene umso interessanter. Es dauert nicht lange und es ist cool. Zigaretten zum Beispiel. In den glamourösen Zeitschriften waren sie als schickes Accessoire schon fast verschwunden, jetzt tauchen sie immer häufiger wieder auf. In der aktuellen französischen Vogue gleich in zwei Fotostrecken hintereinander.

Die weltweite Fatwa gegen Raucher scheint den Widerspruchsgeist der Fashionbranche zu wecken, die im täglichen Kampf gegen jedes Gramm Körpergewicht schon immer gerne zur Fluppe griff. Da sich bei Modeleuten Protest im Styling ausdrückt, werden Glimmstengel jetzt wieder vor Fotografen getragen. Mit sensiblem Gespür für Trends hat dies auch die extradünne französischen Voguechefin Carine Roitfeld erkannt. In einer liebevoll inszenierten Bilderstrecke „Sexy comme Kate Moss“ darf die Zigarette nicht fehlen und eine Modegeschichte später, fotografiert von dem überhippen Hedi Slimane, wird ebenfalls sehr schön gepafft. Das bayerische Rauchverbot dürfte allen Beteiligten dabei piepegal gewesen sein.

Huch, wer neigt denn da so graziös das Haupt vor dem faltigsten Sohn der internationalen Monarchie-Szene?

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Ist etwa Jackie Kennedy samt Pillbox wieder auferstanden?

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Ach nein, es ist Madame Sarkozy mit dem offensichtlichen Ehrgeiz als politische Stilikone in die Geschichte einzugehen.

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1. Nicole Kidman ist ein Botox-Junkie, eine hochtalentierte Schauspielerin, eine Zicke, schwanger und sie hat ein tolles Gespür für Modetrends. Zumindest die beiden letzten Punkte bestätigte sie während der Oscars letztes Wochenende: Sie trug ein Bäuchlein und darüber ein tadelloses, sensationell langweiliges schwarzes Abendkleid von Balenciaga. Allerdings maßgeschneidert. Dazu auffallend viel Blingbling in Gestalt einer 1399 Karat schweren Diamentenkette, dreimal ums Dekollete gewickelt. Ein echter modischer Scoop, wie seit heute klar ist. In Paris hat der sehr einflußreiche Givenchy-Designer Ricardo Tisci die selbe Idee gehabt – Schwarz (sowieso allgegenwärtig in den Winterkollektionen) mit ellenlangen feingliedrigen Ketten aufzupeppen. Wer hat da wen inspiriert? Oder ist doch alles nur ein Zufall? 

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2. Hussein Chalayan, ebenfalls ein Pariser Trendsetter, favorisierte auch die Farbe schwarz. Aber – surprise, surprise – er schickte sein Models nicht mit der üblichen arroganten Muffelmiene auf den Laufsteg. Sie  lächelten!  Manche noch etwas zaghaft, aber nett. Ein Trend, der bleibt?

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3. Auf Dries  van Noten ist immer Verlass. Während Paris sich in der neuen Strenge suhlt (the new austere – genau genommen ein alter Hut ist) setzt er sein Spiel aus der vergangenen Sommer-Saison (die uns Normalmädels ja erst noch bevorsteht) fort und kombinierte munter Farben und Muster. Entschuldigung für das altmodische Wort –  eine Augenweide.  

 
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 Via style.com

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Bei Dior war es auch wieder da. Das Mädchen mit den Sattelitenschüsselaugen. Bei ihrem Anblick wird’s einem richtig schwindelig. Irgendwie sieht Masha Tyelna immer aus wie Marie Antoinette beim Anblick des Schafotts. Der perfekte Look in einer Saison, in der Horrorfilme bei Designern schwer im Trend liegen.

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Wenn sich nicht gerade ein Make-up-Künstler über sie hergemacht hat, könnte das das Model aus der Ukraine übrigens ohne Aufsehen zu erregen in jeder Mensa an der Essensausgabe anstehen.

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Via Style.com und New York Magazine