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janker„Ich war 17 als ich aus Deutschland weg ging“, sagte John gestern abend. „Weil ich alles Deutsche hasste. Wie die Leute sich benahmen, wie sie sprachen und wie sie sich kleideten. Besonders wie sie sich kleideten. Und jetzt bin ich nach so vielen Jahren zurück in München und stelle fest: Mir gefällt die Tracht. Diese gehäkelten, geraden Jacken mit dem kleinen Stehkragen und den Borden sehen doch Klasse aus. Ich war sogar im Laden neben meinem Hotel und habe eine anprobiert. Ich konnte mich gerade noch bremsen, sonst hätte ich sie gekauft. Vielleicht beim nächsten Besuch. Und dann kaufe ich einen Hut dazu und ein Dirndl für meine Frau. Vielleicht bin ich inzwischen Amerikaner genug, um zu sehen: It’s cute.
Nebenbei entdeckten wir an diesem Abend eine Gemeinsamkeit von Josef Ackermann und Erich Honecker: Beide gehören zu der Sorte Männern, die sich weigert, zu erkennen, dass das System, auf dem sie ihr Leben aufgebaut haben, in sich zusammen bricht.

PS: Ein Janker wird natürlich gestrickt und nicht gehäkelt, aber woher soll John das wissen? Und es gibt sie noch aus Leinen und aus Filz.

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Gerade ist hierzulande Vanity Fair hops gegangen, aber das heißt ja nicht, dass Condè Nast die Geschäfte aufgibt. In Großbritannien hat der Verlag heute ein neues fettes Lifestylemagazin gestartet. Mit einem ebensolchen Cover.
Beth Ditto erinnert an ein anderes Dickerchen, das schon mal mal berühmt war – die kniende Nackte am Strand, unterm Sonnenschirm. Wann war das, in den 70ern oder 80ern? Jedenfalls zu einer Zeit, als ein paar Kilo zuviel auf den Hüften eine Frau nicht für den Rest ihres Lebens in Depressionen stürzten.
In der Mode hängt angeblich die Saumlänge mit der Konjunktur zusammen, wie die Kurve auf der Anzeigentafel der Börse. Je besser die Zeiten, desto kürzer die Röcke, heißt es. Da liegt ein Umkehrschluss nahe. Je schlechter die Zeiten, desto runder die Mädchen.
Übrigens ist Chefredakteurin
Katie Grand das wahrscheinlich größte Talente, das momentan im Frauenzeitschriftenmarkt zugange ist. Es könnte gut sein, dass Condè Nast mit ihr Anna Wintours Nachfolgerin aufbaut.

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Auf diesem Foto ist Jan Josef Liefers Privatmensch. Beruflich agiert er auch als Tatort-Pathologe in Münster. Sein Kostümbildner käme hoffentlich nie auf die selbe Idee, wie der Kostümbildner des Frankfurter Tatorts gestern Abend. Der band nicht nur Frau Sawatzki sondern auch allen anderen, die in die hessische Kälte raus mussten, den Schal mit einem sogenannten Galgenknoten um den Hals (siehe Herr Liefers oben). Als ob die Menschheit im Laufe der Geschichte nur eine Stylingvariante für Bronchienschutz entwickelt hätte. Oder schmuggelte der Kostümbildner vielleicht ein satirisches Abbild der Wirklichkeit in den Sonntagabend-Krimi?

Sieht man sich auf der Straße um, hat der Galgenknoten inzwischen die Alleinherrschaft übernommen. 99 Prozent aller Schalträger binden sich auf diese Art und Weise einen Wulst auf die Brust. Ist das jetzt elegant oder was? Ich jedenfalls bleibe stur: Ich wickele seit meiner Kindheit den Schal zweimal um den Hals und knote ihn einmal locker. Sieht viel lässiger aus und geht inzwischen schon wieder als Avantgarde durch.

La Reski leidet unter Acqua alta und darunter, dass es in Venedig trotz jahrhundertelanger Tradition an Hochwasser keine schicken Gummistiefel gibt. Zu bunten Kniestrümpfen, die über den Stiefelrand rausgucken oder blümchengemusterten Strickstrümpfen sind sie in München dagegen im Moment schwer angesagt. Keine Ahnung wieso, da die Stadt weder unter Isarüberflutungen noch unter Schlammlawinen zu leiden hat. Es könnte aber sein, dass dies die ersten Anzeichen von Recession-Chic sind, der nun auch bis in die von der BLB-Krise schwer gebeutelten bayerische Landeshauptstadt vordringt. Jeder Laden, der was auf sich hält, hat die wasserdichten Treter im Angebot. In Italien muss das Internet aushelfen. Aber egal ob Venedig oder München – auch in Sachen Gummistiefel bleibt die Frage: Welches Label darf es denn sein?

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Diese beiden Modelle verbieten sich in Zeiten der neuen Bescheidenheit eigentlich von selbst. Das linke ist von Celine und kostet ca. 300 Euro, das rechte von Burberry ca. 500 Euro.
Am anderen Ende der Skala gibt es in diversen Stiefelshops die Chinaware, in bunt gemustert (Pünktchen, Blümchen, Käferchen) oder einfarbig, billig (ab 15 Euro) aber wegen ökologischer und humaner Bedenklichkeiten stehen sie ebenfalls auf der Giftliste.
Bleibt nur die Besinnung auf den Klassiker.

Kate Moss hat 2005 mit ihrem Auftritt beim Glastonbury Festival die Hunter Rubber Boots in stylishen Kreisen salonfähig gemacht. Berühmt waren sie schon vorher. Die Queen stapft in ihren Wellies seit Urzeiten durch ihre Latifundien. Natürlich im Modell Balmoral Classic in einem dezenten Olivgrün mit dem auch Kate Moss auf dem Foto dem Schlamm trotzt. Temperamentvollere Gemüter – wozu auch Frau Reski zählt – könnten deprimierende Regentage mit kräftigeren Farben aufhellen. z.B. Rot, Iris, Fuchsia, Limegreen oder Pink. Da wird so ein Hochwasser doch gleich erträglicher.
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Ach, wie süß: der Spiegel zieht in der aktuellen Ausgabe (und Online) über Blogger her. Die Blogospäre regt sich wahnsinnig auf. Alle verlinken sich entrüstet hin und her. Die Clickzahlen steigen auf beiden Seiten und alle kommen sich wahnsinnig wichtig vor. (Jetzt könnte ich die Links dazu hier auch einbauen und damit mehr Leute auf meine Seite ziehen, ist mir aber wurscht, weil sowas von Gähn.)

Blogger sind der Meinung, das Internet wird Print über kurz oder lang töten und da ist was dran. Eigentlich keine üble Vorstellung. Um täglich News an den Leser zu bringen, müssen keine Bäume gefällt, kein bedrucktes Papier produziert und auch nicht mehr in stinkenden Lastern durch die Gegend gekarrt werden. Da die ganze teure Logistik entfällt, braucht es auch keine Verlage mehr, um die Infrastruktur zu organisieren. Das dämmert Springer, Holzbrinck, Burda und Co. gerade. Es macht sich Panik breit, weil keiner weiß, wo die Reise enden wird. Aber alle geben wahnsinnig viel Geld aus, um noch schnell auf den Begräbniszug aufzuspringen. Es werden Unsummen im Internet investiert, die Schreiber spart man ein. In den USA wurden schon tausende von Journalisten arbeitslos, dafür hoffen die Verlage jetzt auf user generated content. Was bedeutet: Verlagsmanager träumen davon, dass Leser so blöd sind, für lau ein noch schöneres Anzeigenumfeld zu liefern als teure Autoren. Sie starten im Internet immer neue Versuche, dieses Erfolgsmodell durchzusetzen. Natürlich vergeblich. Aber die Kosten müssen die Printredaktionen mit Sparmaßnahmen wieder ausgleichen. Die Konsequenz: die Qualität im Print sinkt, die Leser springen noch schneller ab, die Anzeigen bleiben aus und schuld an allem ist das Internet.

Bei Tageszeitungen sieht es am schlimmsten aus. Die wird es bald nicht mehr geben. Als alte Zeitschriftenfrau, die schöne Bilder mag und nicht zuviel Worte, sehe ich die Lage für mein Metier optimistischer.

Die Internetseite, die es schafft, halbwegs brauchbare Optik zu produzieren wie hier die nicht weiter erwähnenswerte Modezeitschrift Madame in einer ganz alltägliche Fotostrecke, die muss erst noch erfunden werden. Als Zeitungsverlagserbe würde ich die geerbte Klitsche schnell verscherbeln, bevor sie nichts mehr wert ist. Als Zeitschriftenverlagserbe würde ich gepflegt abwarten, bis alle pleite sind und dann (fast) mein ganzes Geld einsetzen, um die besten Fotografen, Autoren und Grafiker zu engagieren und ein erstklassiges Blatt machen. Sollte das Ding dann keine Liebhaber finden und den Bach runter gehen, dann wenigstens mit Würde und Anstand.

Das deutschlandweit stilbildende Druckerzeugnis Instyle hat das Model Agyness Deyn als It-Girl geoutet.

Nicht, dass diese Information neu wäre. Von der Süddeutschen über den Spiegel bis hin zur gesamten Frauen- und Klatschpresse – kein Blatt, das sich dem Zeitgeist verpflichtet fühlt, kann im Moment die Britin ignorieren. Ihre gefühlte Popularität erreicht schon fast die der angelsächsischen Überikone Lady Di.

Da It-Girls allgemein als Geschmacksbarometer gelten, ist interessant, was Miss Deyn auf dem Instyle-Foto trägt. Das Ganze sieht zwar aus wie für das Party-Motto „Punk“ zurechtgepfriemelt, darf aber nicht als Schnapsidee unterschätzt werden. Es zeigt klar, was modemäßig demnächst auf uns zu kommt. Nö, nicht die Union-Jack-Tasche. Seit den letzten Sportereignissen ist jegliches Flaggendesign wegen inflationärer Verbreitung streng verboten. Pumps zu knöchellangen Röhrenhosen gehören auch in den Abfalleimer der Modegeschichte. Und falls das ein Kreuz sein sollte, was da im Dekollete baumelt, das gilt höchstens noch bei Kirchentagsbesuchern als chic.

Nein, das zukunftsweisende Teil dieses Ensembles ist der Pullover. Mit heißer Nadel selbstgestrickt, zipfelig und löchrig, wegen funktionierender Luftzufuhr partytauglich. Kreationen wie diese sind absolut im Kommen.

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Die zu recht hochgelobten Rodarte-Sisters aus New York zeigen in ihrer Winterkollektion, wie man schwarze Löcher in Kunstwerke verwandelt.
Und ein anderer Könner – Dries van Noten – hatte eine ähnliche Idee.

Kopien dieser Art von Strickwaren – demnächst in einem Zara oder H&M near you.

Es soll noch Menschen da draußen geben, die gedruckte Magazine lesen – und sich auf jeden Termin beim Zahnarzt oder Gynäkologen freuen, weil sie dann ungeniert einer heimlichen Leidenschaft frönen dürfen: Sich alle im Wartezimmer rumliegenden, zerfledderten Exemplare von Gala oder Bunte reinziehen. Diese Sucht befriedigt das Internet viel nachhaltiger. Mit Klatschseiten, die ihre Häme schneller, gemeiner und witziger abschießen, als alle Hamburger und Münchner gemeinsam. Dazu täglich, knapp und kostenlos. Für den kleinen Spaß zwischendurch. Dass die oft fünftklassigen Promis und Sternchen in Deutschland keiner kennt, ist für das Vergnügen völlig egal. In der Bunten kann man ja auch nicht jede Pappnase identifizieren.
Mein Tipp zum Einstieg (Englischkenntnisse vorausgesetzt): Gofugyourself. Internetsurfern braucht man diese Meisterinnen des fein ziselierten Spotts nicht mehr zu empfehlen. Sie sind weltberühmt. Aber auch all den hartgesottenen Fans von Druckerzeugnissen seien sie ans Herz gelegt.
Zur Einstimmung hier eine kleine fiktive Konversation zwischen zwei echten Celebrities: Tina Turner und Giorgio Armani. Anlass: ihr Kleid.

Ab dem 8. August muss ja schon wieder Sport geguckt werden. Höchste Zeit also, um sich noch mal schnell – bevor Trainingsanzüge und verschwitzte Trikots die Bildberichterstattung dominieren – anzuschauen, was neben der Olympiade sonst modemäßig in China passiert. Natürlich hat das Land, wie jede boomende Industrienation, eine eigene Fashionweek. Die letzte fand im März in Peking statt, gezeigt wurden Kollektionen für den Herbst/Winter 2008/9 und diejenigen der westlichen Modejournalisten, die davon Kenntnis nahmen, waren sich in ihrem Urteil einig: „Absolut untragbar“ (absolutely unwearable). Was in diesen Kreisen das höchste Lob ist, bedeutet es doch, die Designer haben sich nicht von kommerziellen Zwängen leiten lassen, sondern munter drauf los phantasiert. Ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse eventueller Käuferinnen.
Bewiesen wurde dabei, dass
1. Selbstironie und Kommunismus sich nicht ausschließen

2. auch in China Talente à la Lagerfeld und Galliano heranreifen

3. Maoanzüge, Suzie-Wong-Kleidchen, Drachenstickereien und Stehkragen im Reich der Mitte als erledigt angesehen werden können.


Fotos: chinadaily.com

Den ersten Preis beim Nachwuchswettbewerb „Hempel Award“ gewann übrigens ein Deutscher, David Ubl, Absolvent der Esmod Berlin, mit einer kreativen, aber sehr untragbaren Männerkollektion.

In Paris haben die Haute Couture Schauen für den Sommer 2009 begonnen. Vorher gingen die Männer-Schauen zu Ende. In beiden spielte John Galliano mit – und er bot, wie immer, ganz großes Theater.


Alle Fotos courtesy style.com

Phantasielosigkeit wäre wirklich das allerletzte, was man ihm vorwerfen könnte.

Da sich hier diese Woche alles um das Thema „Verschönerungsmaßnahmen“ dreht, Fußball aber noch zu kurz kommt, heute ein Tipp für alle, die mit einem kleinen chirurgischen Eingriff liebäugeln oder darüber meditieren, ob sie sich die Falten wegspritzen lassen sollen: Youtube könnte bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein.

Egal ob es sich um Brustoperationen oder Botox-Injektionen handelt, in tausenden von Videos können Interessenten sich ganz genau über die Prozeduren informieren. Ärzte in der ganzen Welt haben die Videoplattform als Marketingmöglichkeit entdeckt und stellen dort ihre Nip n‘ tuck Künste zur Schau. Laut New York Times geben sie den Frauen, die sich bei der Operation fotografieren lassen, sogar Rabatte.

Wer (wie ich) zu feige ist, sich die Filme anzugucken, kann stattdessen auf ein hochinteressantes Blog ausweichen: Makemeheal mit regelmäßiger, lückenloser Dokumentation der neuesten Verschönerungsaktionen der Promis. Wunderbar zum ablästern und Blut muss man sich auch nicht betrachten.

Was das alles mit Fußball zu tun hat?

Die berühmteste aller Spielerfrauen wird in Makemeheal besonders liebevoll porträtiert.

Auch wenn Victoria Beckham bei dieser EM notgedrungen fehlt, ist ihr stilprägender Einfluss auf der Tribüne der Spielerfrauen deutlich zu sehen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich dort eine besonders eifrige Klientel der Schönheitschirurgie versammelt. Liegt es vielleicht daran, dass Fußballergattinnen sich durch einen besonders mutigen Charakter auszeichnen müssen, um in der Manndeckung am Ball zu bleiben?

Während die anderen Jungs sich für die EM abrackern, sahnt David Beckham richtig genüßlich ab – für weit weniger Arbeit. 10 Millionen Dollar kriegt er angeblich von der US-Kaufhauskette Macy’s für eine neue Werbekampagne.


Foto via justjared.buzznet.com

Becks in Unterwäsche von Armani und mit seinem weltbekannten, sehr fotogenem Sixpack. Damit ja niemand auf falsche Gedanken kommt (schließlich ist Fußball in den USA nicht so irrsinnig populär und ein europäischer Fußballer, trotz publicitywilder Ehefrau, nicht jedem ein Begriff), steht E(V)A da, wo’s hingehört.

Im Moment richtet gerade jedes Label brav seine Ökoecke ein – einerseits um sich mit demonstrativem Verantwortungsbewusstsein anzuwanzen, andererseits um ja keinen Trend zu verschlafen. Auch Armbändchen, von deren Erlös ein paar Cent an eine Wohltätigkeitsorganisation – Charity auf deutsch – gespendet werden, sollen das Geschäft mit dem guten Gewissen in Schwung bringen. Alles schön und gut. Während also die Großunternehmen noch herumeiern zwischen nicht ganz astreinen, aber billigen Produktionsmethoden im Ausland und dem Polieren des Heiligenscheins im Inland, schlagen ein paar nähende Fundis einen viel konsequenteren Weg ein. Mode aus Abfall ist ihr Motto und wer dabei an Gewänder aus blauem Mülltütenplastik denkt, liegt falsch. Diese Phase ist überwunden. Die Britinnen Annika Sanders und Seager von der Firma Junkstyling zum Beispiel, nehmen zwar auch (fast) alles was die Kleiderspendezentrale hergibt, aber das Ergebnis ihrer Abfallverwertung kann sich sehen lassen. Blaugemusterte Herrenhemden verschrotten sie etwa so:

Sollten von einem Kaschmirblazer nur noch die Ärmel intakt sein, macht das nichts, die lassen sich nämlich wunderbar als Schal reinkarnieren.

Das Geschäft mit dem Junkstyling läuft prima. London entdeckt gerade die Coolness von recycelten Klamotten. Und wie man weiß: was aus London kommt verbreitet sich noch immer schneller um die Welt als alles, was in Berlin (oder Köln) für hip gehalten wird. Egal, wie lange am Prenzlauer Berg schon grün genäht wird.

Vivienne Westwood kultiviert als große alte Dame des Punk bis heute die schrillen Auftritte. Qietschige Dauerwellfussel, eiserne-Lady-Styling und stilbildende Ignoranz für jede Art von Trend zeichnen sie aus. Sie kann sich selbst ironisieren ohne sich dabei zur Witzfigur zu machen wie eine Donatella Versace. Deren verzweifelter Versuch, mittels Chirurgie jung zu bleiben, weckt höchsten noch Mitleid. Wie souverän dagegen Vivienne Westwood.

Der britische Esquire hat anläßlich seines 75. Geburtstags ein paar Modedesigner gebeten, ein altes Esquire-Cover nachzustellen. Und prompt bewies die britische Provokateuse, dass sie mit ihren Ideen ihren Konkurrenten immer noch weit vorauseilen kann.

Vivienne Westwood pur. Ungeliftet, nicht gebotoxt – ja nicht mal geschminkt. In vornehmer Blässe (ist auch viel gesünder) statt armanihafter Solariumsbräune. Die Falten am Hals nicht à la Lagerfeld hinter einem absurd hohen Kragen eingequetscht. Den punkigen Totenkopf adrett an die Perlenkette gelegt. Mit feinem Großmutterlächeln. Soviel Mut zur Wahrheit muss ihr in diesem Gewerbe erst mal eine(r) nachmachen.

Für Anzeigen zu posieren, scheint sich momentan zum gefragtesten Broterwerb von Promis zu entwickeln. Neuester Zugang: Coppola, père et fille.

Wie davor Gorbatschow und Keith Richards machen nun auch Francis Ford Coppola und Tochter Sofia Reklame für Taschen. Yep, die mit den Logos, ganz links. Fotografiert hat nicht irgendwer, sondern Annie Leibowitz – sichtlich inspiriert von Coppolas Paten-Ästhetik. Sieht doch aus, wie ein ein Mafia-Boss in der Sommerfrische. Wie das Ganze zustande kam, wird in der Times ausführlich nacherzählt. Nur eines findet keine Erwähnung: das bisschen Extracash, das auch Promis nicht verabscheuen.