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Wenn sich alle Welt für etwas begeistert, ist das nicht grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal. Deshalb neige ich auch dazu, alles was hoch gehyped wird, zu ignorieren. Bis mir dann jemand das Buch in die Hand drückt oder mich in den Film schleppt und mich auf diese Weise zu der Einsicht zwingt: Auch mir gefällt manchmal, was alle Welt gut findet. Trotz der Peinlichkeit, mich schon wieder auf einer Linie mit der Zeitschrift Brigitte wiederzufinden. Die hat Miranda July schon vor Wochen gefeiert und war damit verdammt spät dran, denn außer mir und Brigitte befasst sich der Rest der Welt schon seit mindestens zwei Jahren mit der kalifornischen Künstlerin, die von sich selber sagt, sie sei „eine Autorin, die Filme macht, Videos dreht, Performances aufführt“ – und selbstverständlich auch die Website für ihr erstes Buch selbst gestaltet hat.

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Foto via David Byrnes Website ( ja, genau der von den Talking Heads.)

Ein It-Girl der Intellektuellen also, das mir bislang entgangen war. Nun hat Prestatore gestern Miranda Julys hochgelobte Short Stories „Zehn Wahrheiten“ mitgebracht und nach einem Nachmittag mit ihnen auf der Couch muss ich verschämt gestehen: Die sind aber verdammt gut. Mit Sätzen, die so neidisch machen, dass man einen Moment lang nicht weiter lesen kann, um das zu verkraften.

„Ich warf meinen Staub aus, die pulversisierenden Rückstände all der Dinge, die ich durch meinen Zweifel kaputt gemacht hatte.“

„Ich war nie sehr gesprächig. Manchmal fällt mir etwas zu sagen ein, und dann frage ich mich: Ist es das wert? Und die Antwort ist dann: nein.“

„Dann setzte die Euphorie ein, ein warmer Wind von Hawaii, der unsere Tränen trocknete und den Weg zurück in die physische Welt frei machte.“

„Mathelehrer erklären, Mathe sei einfach eine komische Art „ich liebe dich“ zu sagen.“

Um ausnahmsweise mal Elke Heidenreich zu zitieren: L.E.S.E.N.!!