Die Bermudas für Frauen auf innerstädtischen Straßen war einer der hässlichsten Trends unserer mit hässlichen Trends reich gesegneten Zeit. Daran konnte auch die Kombi mit schicken Stilettos nichts ändern. Nun scheinen die kniekurzen Absonderlichkeiten sich gottseidank wieder dahin zurückzuziehen, wo sie noch am wenigsten Schaden anrichten können: an die Beine männlicher Jugendlicher. Da die Originalbermudas nichts anderes sind als kurze Khaki-Hosen, ist nun die richtige Zeit, um ihre Erwachsenenvariante – die Khakis mit normallangen Beinen – hier ausdrücklich zu loben. Und sie besonders Frauen nochmal wärmstens zu empfehlen.


Fotos: style.com

1. weil sie ein bisschen zerknittert am lässigsten wirken. Das Rumgewirbele in der Waschmaschinen tut ihnen garnichts, nur Bügelfalten lassen sie verdrossen aussehen.
2. weil seit Katherine Hepburn und Marlene Dietrich klar ist, dass man sich auf den androgynen Sexappeal der Khakis immer verlassen kann. Auch wenn man nicht, wie ein Hollywoodstar beim Showeinsatz vor Kriegstruppen im Ausland oder bei der Flucht vor Paparazzi beim Verlassen eines Fitness-Studios, auf sein Image bedacht sein muss.
3. weil es sie von jeder Firma in jedem Schnitt für jede Figur gibt. Am schönsten in dem mittelschweren Baumwollpopelin, den auch schon die britischen Kolonialsoldaten bevorzugten. Ein paar moderne Fasern drin und etwas Stretch schadet ihnen aber ebenfalls nicht.
4. Weil der absolute Trendschuh dieses Sommers – die Römersandale – perfekt dazu passt. Von weißen Turnschuhen bis zu silbernen Killerstilettos geht aber auch alles andere.
5. weil Khakis auch Chinos genannt werden. Eine Wortschöpfung der Latinos in den USA für etwas leicht gebräuntes. Chino ist also ein andere Bezeichnung für ein schönes, warmes Beige – und das ist eine der Farben, die nie aus der Mode kommen.
5. weil schönes, warmes Beige zwischen Sand und Schlamm oszilieren kann. Zugegebenermaßen eine Tarnfarbenpalette, die auch beim Militär gute Dienste leistet. Stylingmäßig ist sie eine Erleuchtung, weil sie sich mit jeder – wirklich jeder – Farbe hervorragend verträgt.
6.weil sogar Edeldesigner sich regelmäßig in Chinos verlieben und ihre Schönheit demonstrativ zur Schau stellen. Wie diesen Sommer Stefano Pilati für Yves Saint Laurent (oben).
Es gibt wirklich keinen Grund, diese königliche Hose am Knie zu amputieren und sie, zur Bermuda verunstaltet, ihrer Würde zu berauben.

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