Dass Modedesigner sich von der Natur inspirieren lassen ist an sich keine kreative Höchstleistung. Der erste Steinzeitmensch, der sich ein Bärenfell umhing, hatte die selbe Idee. Die nordamerikanischen Indianer imitierten die wilden Truthähne ihrer Heimat und versuchten den Feind mit furchterregendem Federschmuck in die Flucht zu schlagen. Mit mäßigem Erfolg, wie man weiß. Die wenigen verbliebenen afrikanischen Stämme, die nicht auf T-Shirt und Jeans umgestiegen sind, bemalen sich für ihre Partys gerne mit Löwen-, Tiger- oder Panthermustern. Ganz zu schweigen von den Fatigues, den Tarnfarben der Militärs, die je nach landschaftlichem Hintergrund vom grün-gelblichen (Dschungel) bis zum bräunlich-rötlichen (Wüste) variieren. Die Natur in der Mode war schon Thema für viele fette Fotobände und jede Wette, dass es bald einen neuen geben wird - mit den beiden US-Bloggerinnen von Trendinista als Herausgeberinnen.

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In ihrem Blog (und seit kurzem auch in dem E-Zine Coutorture) gehen sie umgekehrt an die Sache ran und suchen zu den fertigen Designs passende Analogien. Die Winter-Kollektion des Londoners Giles Deacon vergleichen sie zum Beispiel mit Insekten und lenken damit den Blick auf die Schönheit von Motten, Wanzen oder Raupen. Aber sie beschränken sich nicht nur auf Naturmotive, sondern werden zum Beispiel auch in der modernen Architektur oder beim Eiskunstlauf fündig. Eine witzige Idee, mit garantierter Erleuchtung: Ah, so kann man das auch sehen.

Und weil sie so gut zum Thema passt - hier noch eine weitere Kurzgeschichte

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