Der Stylebus ist ja erst seit kurzem unterwegs, und da er völlig ohne Werbung durch die Lande fährt, wissen eigentlich nur meine Freunde von seiner Existenz. Oder jene Fremden, die bei Google das Suchwort Simbabwe eingeben und tatsächlich hier landen, weil Simbabwe auch  einmal vorkommt. Könnte zwar sein, dass mein Eintrag nicht unbedingt die Info enthält, die sie suchen, trotzdem werte ich das jetzt mal als Beweis für die erstaunliche Qualität der Google-Suchmaschinen.

Aber zurück zu meinen Freunden: Alle sind begeistert von dem Regina-Spektor-Video. „Weil es so interessant ist. So völlig nicht Mainstream“, wie mir Martina heute morgen am Telefon erklärte. Nun, das brachte mich auf die Idee, einen zweiten Nicht-Mainstream-Künstler hier vorzustellen, der ebenfalls aus New York kommt. Eigentlich ist er ja aus Kalifornien, aber da Antony aussieht wie  Meatloafs schwuler Bruder, hatte er nur in New York eine Chance. Der Stadt, in der Talent immer noch mehr zählt als ein hübsches Gesicht oder ein perfekter Body. Antony kann weder mit dem einen noch mit dem anderen punkten. Dafür mit seiner Stimme. Seine liebste Schwester ist übrigens Boy George und in diesem Video wird auch klar, warum.

Bei der Suche nach Antony & the Johnsons (so der vollständige Name der Band) auf youtube, habe ich auch ein Video aus einem Dokumentarfilm über Leonard Cohen gefunden. Antony singt eine Coverversion von If It Be Your Will (auch eine schöne Aufnahme, aber das soll hier ja nun kein Antony-Special werden)  und trägt ein ziemlich löchriges Netzhemd. 

antony.jpg

Das hatte ich doch erst gestern noch irgendwo anders im Web gesehen! 

rodarte.jpgrodarte2.jpg

Beim Durchklicken durch die New York Fashion Week waren mir bei dem gerade sehr gehypten Label Rodarte Netzkonstruktionen aufgefallen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Antonys Bühnenoutfit aufweisen – aber in den genialen Händen der Schwestern Mulleavys (komplizierter Name, den man sich merken muss) nochmal eine besondere Qualität bekommen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die New Yorker Designerinnen sich von dem dicken, traurigen New Yorker Troubadour die Inspiration für ihre neue Kollektion holten – aber mir gefällt die Idee. Und warum könnte es nicht so gewesen sein? 

Advertisements