Wolfgang trägt nie Schuhe. „Ich kann damit einfach nicht laufen“, sagt er. Er bereist die ganze Welt barfuß. Im Museum in Houston, Texas beschwerten sich die Besucher und ein Museumswärter verwies in nach draußen. „Ich gehe, aber nur wenn ich mein Eintrittsgeld wieder zurück kriege“, sagte Wolfgang. So landete er im Büro der Museumsdirektorin. Sie gab ihm die drei Dollar und begleitet ihn vor die Tür. „Ich schäme mich dafür, dass ich Sie hinauswerfe“, sagte sie. „Bei mir zuhause laufen alle barfuss.“ Sie war Ägypterin.  

Vor dem Museum setzte er sich auf ein Mäuerchen, um sich eine Zigarette zu drehen. Zur gleichen Zeit stieg eine Grundschulklasse aus einem gelben Bus. Als die Lehrerin Wolfgang sah, versammelte sie alle Kinder um sich, zeigte mit ausgestrecktem Arm auf den Mann auf der Mauer und rief: „So jemand wie den da wollen wir hier nicht haben.“

In Simbabwe nahm Wolfgang an einem achtstündigen Fußmarsch durch den Busch teil. „Sie wollen doch nicht ohne Schuhe gehen“, sagte der schwarze Guide entsetzt. „Doch“, sagte Wolfgang. Zwischendurch hielt er ein paar mal an um sich die Akaziennadeln aus den Fußsohlen zu ziehen. Die acht Stunden hielt er problemlos durch. Am Schluss gab ihm der Guide die zehn Dollar Teilnahmegebühr zurück. „Danke dafür, dass sie mir gezeigt, was unsere Vorfahren noch konnten. Wir haben es längst verlernt.“ 

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Merci an Wolfgang Männer, den großen Maler, wunderbaren Geschichtenerzähler und barfüßigen Lebenskünstler   

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