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Heute darf man ja nicht mehr Avantgarde sagen – viel zu altmodisch. Aber was dann? Trendsetter? Auch schon lange durch? Opinion leader? Viel zu schlipsig. Nee, heute ist jeder, der was auf sich hält, ein early adopter.

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lucindaw.jpegLucinda Williams ist eine mittelbekannte amerikanische Folkrocksängerin, die ich sehr mag. Ich habe eine kleine Schwäche für Rockchicks, wahrscheinlich weil mich in meiner frühen Jugend die Rolling Stones und Janis Joplin schwer beeindruckten. Lucinda Williams hat 1980 ein Lied aufgenommen, das ich erst 25 Jahre später entdeckte, dessen Titel mich dann noch später zu einer Kurzgeschichte inspirierte: Happy Woman Blues – ein Paradoxon, denn seit wann haben glückliche Frauen den Blues. Aber genau das gefiel mir daran.

Da ich hier so nach und nach ein paar meiner Schubladen-Geschichten online stellen möchte, wollte ich mit dem Happy Woman Blues beginnen und quasi als kleine Reminiszenz das Lied von Lucinda Williams dazu stellen.Vielleicht liegt es an meinen mangelnden Internet-Kenntnissen, vielleicht liegt es aber auch daran – wie die Bloggerszene ja nicht müde wird zu behaupten – dass die Musikindustrie bis heute die großartigen Möglichkeiten des Internets verkennt: mir ist es in stundenlanger Suche nicht gelungen, den Happy Woman Blues aus einer legalen Quelle hier an diese Stelle zu transportieren. Es gibt keine legale Quelle. Es gibt nur 30-Sekunden-Schnipsel mit 28 Sekunden Intro und dem ersten Satz des Textes zu hören. Bei i-Tunes z.B. oder bei Williams Plattenfirma Smithsonian Folkway Recordings. Youtube kann nur mit ein paar schlechten Coverversionen unbekannter Interpreten aushelfen oder mit anderen Stücken von Lucinda Williams. 

Die Blogger haben recht: Aus Sorge um ihre Einnahmen lässt sich die Musikindustrie die Möglichkeit der kostenlosen Blog-zu-Blog-Propaganda entgehen – und damit die Möglichkeit, längst vergessene Songs oder Interpreten neu zu entdecken. Wie kurz gedacht ist das denn? In der realen Welt nennt sich diese Art der Werbung Mund-zu-Mund-Propaganda, und ist die wirksamste Vermarktung überhaupt. 

Ich verzichte hier also erschöpft auf den 30-Sekunden-Schnipsel und füge stattdessen die Lyrics ein:

Trying hard to be a happy woman

life sometimes just overcomes me

Everyday I’m working

just to pay my dues

lie down at night

my mind is so confused 

Und hier geht es zur Geschichte…  

Es gibt Tage, an denen kann man nur die Musik einer russischen Jüdin aus der Bronx ertragen, am Piano und wenn sie dazu singt wie wir das als kleine Mädchen gerne hingekriegt hätten, wenn wir Operndiva spielten. Voilà, the one and only Regina Spektor.

Auch Berlin hat gerade seine Fashionweek. Nix Haute Couture und Galliano-Phantasmagorien. In Berlin wird Tschibo-Designer Michalsky gefeiert und der streetfashion gehuldigt. Aber das hat ja auch einen gewissen Charme. Teil des Programms: der street clash wettbewerb der bloggenden (Amateur- und Profi-)Fotografen der Mode von der Straße.  Zwischen Sao Paulo und Warschau sieht das z.B. so aus: streetclash1.jpgEinen Wettbewerb dazu gibt es auch. Am Ende soll the best dressed city herausgefunden sein. Mittels Voting direkt auf dem street clash blog oder – soweit ich das verstanden habe – auf einer Fashion-Week-Site des Stadtteils Wedding mit dem schönen Titel Wedding Dress. Im Moment führt übrigens München, vertreten durch Styleclicker net und das hat die Stadt verdient, wie sein heutiges Wettbewerbsfoto beweist:styleclicker.jpg  

Haute Couture in Paris für die Milliardärsgattinnen zwischen Dubai, Moskau und Shanghai. Gut, dass es sie gibt – so bleibt Schneiderkunst auf allerhöchstem Niveau erhalten. Und wer die zigtausende für ein Kostümchen nicht so locker aus der Tasche zieht, kann auch an den Fotos Spaß haben. John Galliano ist unangefochtener Meister des ganz großen Theaters. Verglichen mit seiner Dior-Inszenierung sehen die Shows der anderen Designer eher nach Schlußverkauf aus. Er schafft es sogar, den immer wieder gern genommenen Klimt nochmal neu zu beleben.   dior4.jpgHier noch ein paar Highlights als Vorgeschmack – die vollständige Show (plus Foto eines deprimierten Zauberzwergs) ist auf www.style.com zu sehen. dior1.jpg dior3.jpg
Isses nicht schön? Hach, man könnte jedes Foto uploaden. 

les-profiteroles31.jpg

Diese drei Grazien sind zur Zeit in einer Ausstellung am Münchner Gärtnerplatz zu besichtigen. In der Galerie G5 zeigt Joss Bachhofer noch bis 29. Februar hybride Fotografie. So nennt er seine Arbeit, weil der Ursprung immer ein Foto ist, das er aber mittels moderner Computertechnik und klassischer Mittel wie Pastellkreiden, Gips und Öl in eine Art Fresco auf Papier verwandelt.  So kommen die Runwaygirls als ganz ätherische Wesen rüber, ziemlich groß (120X240) und ziemlich beeindruckend. Und ja, man kann die Bilder auch kaufen.

Disclosure ;-)  Joss Bachhofer ist mein Mann. 

Nach Bunte, Gala und dem Rest der Welt hat jetzt auch der Spiegel die Sarkozy/Bruni-Affäre entdeckt. Wow! Schon früher zu lesen: Der schönste Post zu dieser staatstragenden Liebschaft. Nur vollständig zu genießen, wenn man sich auch die beiden eingeklinkten Videos anschaut. Sarkozy in bestechender Arroganz und Bruni als liebreizende femme fatale. Großartig. Kompliment an Annie von poetic&chic. Im Vergleich mit ihrem Beitrag wirkt der vom Spiegel wirklich wie Holzmedium.

Wie beginnt man ein Blog? Der erste Satz kann Romanautoren so lange beschäftigen, bis endlich die Druckmaschinen für das Buch angeschaltet werden. Drei Beispiele, zufällig vom Nachttisch geklaubt:  ”Im Winter ist sie noch dunkel.” (Büroroman von Walter E. Richartz.) “Haben die nichts anderes im Kopf als sich gegenseitig umzubringen?”, fragt Roberto. (Ausnahme von Christian Jungersen.) “Das war’s”, sagte Jo. (Mobbing von Annette Pehnt.) Warum das nun ausgerechnet drei Romane über den alltäglichen Wahnsinn im Büro sind, wäre vielleicht ein eigener Post – aber hier geht es jetzt darum, wie man ein Blog beginnt. Da steht bei Buch wie Internet erst mal ein Gefühl, für das ein Ausdruck gefunden werden muss.  Schön, dass im Internet auch Bilder möglich sind.   cimg1830.jpgSpiegeleis auf dem Schliersee, (entstanden so um Weihnachten rum). Ein Traum für jeden Schlittschuhläufer, doch wer seit Jahren nicht mehr auf dem Eis gestanden ist, hat ganz schön wackelige Knie. Aber das Eis ist lockt einfach zu sehr. Also läuft man los…