Das deutschlandweit stilbildende Druckerzeugnis Instyle hat das Model Agyness Deyn als It-Girl geoutet.

Nicht, dass diese Information neu wäre. Von der Süddeutschen über den Spiegel bis hin zur gesamten Frauen- und Klatschpresse – kein Blatt, das sich dem Zeitgeist verpflichtet fühlt, kann im Moment die Britin ignorieren. Ihre gefühlte Popularität erreicht schon fast die der angelsächsischen Überikone Lady Di.
Da It-Girls allgemein als Geschmacksbarometer gelten, ist interessant, was Miss Deyn auf dem Instyle-Foto trägt. Das Ganze sieht zwar aus wie für das Party-Motto „Punk“ zurechtgepfriemelt, darf aber nicht als Schnapsidee unterschätzt werden. Es zeigt klar, was modemäßig demnächst auf uns zu kommt. Nö, nicht die Union-Jack-Tasche. Seit den letzten Sportereignissen ist jegliches Flaggendesign wegen inflationärer Verbreitung streng verboten. Pumps zu knöchellangen Röhrenhosen gehören auch in den Abfalleimer der Modegeschichte. Und falls das ein Kreuz sein sollte, was da im Dekollete baumelt, das gilt höchstens noch bei Kirchentagsbesuchern als chic.
Nein, das zukunftsweisende Teil dieses Ensembles ist der Pullover. Mit heißer Nadel selbstgestrickt, zipfelig und löchrig, wegen funktionierender Luftzufuhr partytauglich. Kreationen wie diese sind absolut im Kommen.
<img 
Die zu recht hochgelobten Rodarte-Sisters aus New York zeigen in ihrer Winterkollektion, wie man schwarze Löcher in Kunstwerke verwandelt.
Und ein anderer Könner – Dries van Noten – hatte eine ähnliche Idee.


Kopien dieser Art von Strickwaren – demnächst in einem Zara oder H&M near you.

4 comments
Comments feed for this article
Samstag, 19. Juli 2008 um 4:00
reski
Sind kurze Beine jetzt auch modern? Oder ist das eine optische Taeuschung?
Sonntag, 20. Juli 2008 um 9:54
romy
Hmm, gute Frage. Da die Dame oben Model ist, sollte sie zumindest über Beine in Normallänge verfügen, Schätze, das ist es, was wadenlange Hosen der Figur antun: sie sieht irgendwie zusammengestaucht hat. Als ob jemand (der liebe Gott? der Lebenspartner?) mit einem großen Hammer auf den Kopf geschlagen hätte. Im Moment überall zu besichtigen. Traurig übrigens, dass auch viele Männer in dieser Hosenlänge dem Sommer trotzen.
Sonntag, 20. Juli 2008 um 10:19
prestatore
Ach ja, Hosenlängen… leider ein weites Feld. Was es da, vor allem im Sommer, alles zu besichtigen gibt: Shorts und Bermudas finde ich ja, bei entsprechenden Beinen, passendem Alter und ebensolcher Gelegenheit (Biergarten z.B.) noch erträglich, schlimm ist alles, was sich zwischen Knie und Knöchel abspielt, da kann frau die tollste Figur haben, es sieht irgendwie schrecklich unproportioniert aus. Leider nicht nur in diesem Sommer aber überall – und wirklich überall, sogar im Theater und in der Oper! – zu sehen. Über die sommerliche Männermode wollen wir lieber erst gar nicht reden (oder doch? Bei anderer Gelegenheit?).
Also: bis auf wenige Ausnahmen bin ich für lange Hosen und sonst gar nix!
P.S. Übrigens schön, endlich wieder von Dir zu lesen!
Sonntag, 20. Juli 2008 um 10:54
romy
liebe(r) presatore, danke für die blumen. :-)
Was Hosenlängen betrifft: ich trage nie Hosen. Nie! Nur zum Joggen, und da fände ich ein Tennisröckchen auch netter. Nur fürchte ich die verächtlichen Blicke der Supersportler, die an mir vorbeischnaufen. Vielleicht sollte mal jemand Joggingröcke entwickeln. Und übrigens auch Fußballröcke. Die mangelnde Beliebtheit von Frauenfußball steht – wie ich glaube – in direktem Zusammenhang mit den figurverhunzenden Shorts, die Fußballerinnen tragen zu müssen glauben. Hosen habe ich mir wie Bikini vor einigen Jahren abgewöhnt und vermisse sie überhaupt nicht. Nicht mal im Winter beim Fahrradfahren